Von der Zoologie in den Artenschutz – Perspektiven nach dem Biologiestudium
Biologie studieren, die „Lehre vom Leben“ aufsaugen und sich für den Schutz von Flora und Fauna einsetzen. Der große Traum der meisten Erstsemester Biologie sieht ähnlich aus. Doch wie sieht er wirklich aus, der Weg vom Studium in den Job und was muss man beachten? Jana, Mitarbeiterin in der Artenschutzorganisation Pro Wildlife e.V. Und ehemalige Biologiestudenten der FU Berlin erzähle uns von ihrem Weg und gibt Tipps für alle Studienanfänger.
„Wenn ich ehrlich sein soll, hatte ich keine konkreten Vorstellungen vom Biologiestudium und davon, was ich damit mal anfangen soll aber ich hatte eine riesige Neugierde auf die 'Lehre vom Leben'.“ So beschreibt Jana, mit welchen Erwartungen sie ihr Biologiestudium an der Freien Universität Berlin angetreten hat. Besonders unter den Biologiestudenten sind scbon in den frühen Semestern schnell sehr viele Studenten, die schon ganz genau wissen, was sie eigentlich machen wollen.
Gerade weil die Biologie zu den umfassendsten Studiengängen überhaupt gehört und eine frühe Orientierung fast unumgänglich ist, finden viele Studenten schnell eine Art Lieblingsbereich. Für die einen ist es die Genetik, wieder andere interessieren sich besonders für Botanik und Jana sah ihre Zukunft schnell in der Zoologie. Mit dieser Orientierung war für sie schnell klar, was sie später mit ihrem Studium anfangen wollte. „Mein Schwerpunkt ist Zoologie, Säugetiere und seit vielen Jahren eben auch der Schutz ihres Lebensraumes, was umweltpolitische Themen wie z.B. den Wald-und Klimaschutz mit einschließt. Ich sehe es als meine Aufgabe, die breite Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger für die Probleme des weltweiten, durch Übernutzung von Ressourcen verursachten, Artensterbens zu sensibilisieren und zum Umdenken zu bewegen.“
Mit dem Studium war Jana immer voll und ganz zufrieden. „Biologie ist ein tolles Studienfach, würde ich immer wieder machen!“ Besonders das Grundstudium mit seiner Vielfalt und seinen Exkursen in die anderen Naturwissenschaften hat sie immer sehr geschätzt. Das Grundstudium ist essentiell, denn nur so können die jungen Studenten in alle Fachbereiche schnuppern und ihre persönlichen Schwerpunkte setzten. Hier bringt Jana auch ihren Tipp an alle Studenten in den ersten Semestern an: „Überlegt euch frühzeitig , wo es hingehen soll und betätigt und engagiert euch entsprechend den Interessen in AGs, Organisationen etc. und denkt immer daran Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Ein Biologie-Studium allein qualifiziert nicht unbedingt für den Arbeitsmarkt.“
Praktika und die Arbeit in einschlägigen Organisationen und Firmen sind also ausschlaggebend für den reibungslosen und unkomplizierten Einstieg ins Berufsleben. Die allgemein schlechten Prognosen für Biologen kann und will Jana nicht bestätigen: „Biologen werden immer gebraucht, das Studium bietet eine solide und vielfältige Basis für viele Entwicklungsmöglichkeiten. Eine Zusatzqualifikation und ein gutes Netzwerk sind jedoch Grundlage dafür, einen Job zu finden.“
Und dass sie damit recht hat, sieht man auch an ihrem Weg. In der Artenschutzorganisation Pro Wildlife e.V. arbeitet sie jetzt zwar nicht direkt vor Ort, wie sie es sich immer erträumt hatte, hat jetzt aber auch schnell festgestellt, dass gerade die Arbeit hier von entscheidender Bedeutung ist. „Inzwischen sehe ich meine indirekte Rolle als mindestens genauso wichtig an: die Projekte brauchen finanzielle Unterstützung und die Artenschutz-Arbeit braucht eine starke Lobby und die müssen wir ihr durch unsere Tätigkeit hier in Europa verschaffen. Hier sitzen schließlich auch die Verbraucher, die den größten Teil der Ressourcen wie z.B. Tropenhölzer konsumieren.“
Artikel von Juliane Pohl (nach einem Interview von Lisa Freudenberg)
