Wildtierbiologie und Entwicklungsarbeit – Arbeiten in Afrika, Neuseeland und Indien

Dr. Hibert hat schon in vielen Ländern gearbeitet und viel gesehen. Spezialisiert hat er sich auf Wildtierbiologie wobei er die Arbeit im Naturschutz mit Entwicklungsaspekten zu verbinden versucht. Wir haben ihn gefragt, wo er gearbeitet, was er erlebt hat und was er zukünftig tun möchte

Wildtierbiologiee Dr. Fabrice Hibert ist mit Leib und Seele Biologe. Der gebürtige Franzose arbeitet für das ONFS (Office National de la Chasse et de la Faune Sauvage), das nationale Amt für Jagd und wild lebende Tiere. Dort ist er der Verantwortliche für das Tapir Forschungsprojekt in Französisch Guinea in Brasilien.

"Schon immer war ich begeistert von Tieren und es war ganz natürlich für mich, eine Beschäftigung zu suchen, bei der ich möglichst nah an der Natur sein konnte." Motiviert wurde Fabrice allerdings eher von den Bilderbuch oder Hollywood-Biologen im Stil von Indana Jones. "Das Träumen von diesen Wissenschaftlern, die du in Wildtierdokumentationen siehst, hat mich motiviert, hart während meines Studiums zu arbeiten. Als ich das erste mal kurz einen Löwen im Zambezi Tal erblickte, wurde ich für all die Jahre des Studierens belohnt."

Schon während seines Studiums an der Rennes Agronomy Schule hatte Fabrice die Möglichkeit, viele praktische Erfahrungen in Europa, aber auch im Ausland in Naturparks und Laboren zu sammeln. Dort spezialisierte er sich auf das Management natürlicher Gebiete.

"Toll war, dass wir während unseres Studiums am Landwirtschaftlichen Institut praktische Erfahrungen sammeln mussten, die wir selbst frei wählen konnten und wir hatten eine große Vielfalt an möglichen Fächern, die mit Natur und Management zu tun hatten. Währenddessen sammelte ich großartige Erfahrungen in Indien und dann in Afrika, wo ich zuerst umher reiste und die exotische und reiche Flora und Fauna entdeckte."

Während seiner Studienzeit bereiste Fabrice bereits die halbe Welt und beteiligte sich an diversen Forschungsprojekten. "Ich nahm an einem europäischen universitären Austauschprogramm teil und studierte in England. Dann erforschte ich zwei Monate in einem Waldschutzgebiet und dem Nationalparkmanagement in Indien."

Als ich das erste mal kurz einen Löwen im Zambezi Tal erblickte, wurde ich für all die Jahre des Studierens entlohnt.

Zunächst wusste auch Fabrice noch nicht so genau, in welche Richtung er gehen sollte. Als Naturschützer und Ökologe kann man sich entweder in den Dienst der Forschung stellen oder versuchen, Forschungsergebnisse praktisch zum Schutz der Tiere anzuwenden.

"Während meines Masters wusste ich nicht genau ob ich zukünftig reine ökologische Forschung in einem Labor machen sollte oder ob ich mich eher direkt mit Tieren und deren Schutz beschäftigen sollte. "

Doch gerade die Auslandserfahrungen halfen Fabrice herauszufinden, wo er wirklich arbeiten und was er zukünftig tun wollte. Seine Masterarbeit schrieb er in Zimbawe und entwickelte eine Methode für Bestandsaufnahmen von großen Säugern. "Häufig traf ich in Afrika Leute, die sehr besorgt um den Naturschutz waren, aber einfach keinen Einfluss hatten. Zu dieser Zeit verstand ich wirklich den Nutzen meiner langen Studien und wurde darin bestärkt, mich weiter auf Wildtierbiologie zu spezialisieren, mich aber auch mit Entwicklung zu beschäftigen. Ich denke, dass ich durch meine Ausbildung sowohl für wissenschaftliche Aufgaben gut vorbereitet bin, als auch, um mich in einer großen Vielfalt von Institutionen, Disziplinen und Situationen zurecht zu finden."

Nach seinem Masterstudium arbeitete Fabrice als Freiwilliger in einem Entwicklungsprojekt als technischer Ratgeber für ein Team aus Entwicklungsarbeitern der Zentralafrikanischen Republik. "Glücklicherweise bekam ich anschließend die Chance, eine Studie in West Afrika über große Säugetiergemeinschaften für meinen PhD durchzuführen. Während dieser drei Jahre arbeitete ich in Niger, Burkina Faso und Benin." Anschließend arbeitete Fabrice für sechs Monate als Dozent an der Lincoln Universität in Neuseeland.

Momentan bereitet sich Fabrice auf seine Abreise nach Französisch Guinea vor, um dort seine neue Stelle anzutreten und wird Neuseeland bald verlassen. Auch zukünftig möchte Fabrice weiterhin im Bereich Wildtierforschung und dem Schutz deren Lebensräume arbeiten, ob in Entwicklungsländern oder nicht.

Doch trotz seiner Begeisterung für seine Arbeit schätzt er die beruflichen Zukunftschancen eher nüchtern ein. "Auch, wenn der Schutz von Artenvielfalt momentan sehr in Mode ist, kommt nicht besonders viel Geld bei den ökologischen Forschungsinstitutionen an. Ich kann nur hoffen, dass sich das ändern wird. Aber man sollte sich darauf einstellen, dass man manchmal kämpfen muss und wenig Aufmerksamkeit von der Gesellschaft bekommt, wenn man in diesem Bereich arbeiten möchte. Trotzdem trifft man immer wieder sehr motivierte Menschen und es ergeben sich tolle Möglichkeiten."

Trotzdem rät Fabrice, sich selbst und seinen Träumen treu zu bleiben. "Ich würde jedem raten, den Beruf zu wählen, von dem man weiß, dass man ihn lieben wird. Es gibt immer wieder unerwartete Möglichkeiten. Also gebt die Zuversicht nicht auf aber seid auch darauf vorbereitet neue Interessen während eures Studiums zu entwickeln, von denen ihr heute noch keine Vorstellung habt. Seid einfach neugierig."


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