Menschen helfen mit Pipettieren-Isolieren-Multiplizieren

Annika hat gerade ihr Biologiestudium hinter sich gebracht und erzählte uns davon wie sie ihren Job sieht und was sie zukünftigen Biologen raten würde um beruflich Fuß zu fassen.

Biomedizin Nach ihrem Studium bekam Annika (Name geändert) einen Job im MVZ (=medizinisches Versorgungszentrum) von Dr. Löer, Dr.Treder und Kollegen in Münster. Hier arbeitet sie in der PCR Abteilung. PCR steht für Polymerase-Chain-Reaction, auf deutsch Polymerasen-Kettenreaktion und bezeichnet ein Verfahren zur Vervielfältigung von DNA, um diese dann untersuchen zu können.

„Ob ich dort schon immer arbeiten wollte, kann ich nicht sagen, aber auf jeden Fall wollte ich in einem Labor arbeiten und die PCR-Abteilung entspricht dort auch am meisten meinen Wünschen.“ Wenn Annika ihren Job beschreibt, hört es sich ein bisschen so an, als ginge es um die Arbeit eines Privatdetektivs oder Agenten. „In meinem Job steht man im Labor, isoliert und vervielfältigt Erreger-DNA oder RNA aus Patientenmaterial, um diese dann zu detektieren. Dabei muss man sehr sauber, gewissenhaft und ordentlich arbeiten.“

Besonders beeindruckt haben Annika in ihrer Laufbahn als Biologin die Labordetektive Watson und Crick. Schließlich waren die Entdecker der DNA Struktur selbst echte Spürhunde und hätten ohne ihren detektivischen Einsatz wohl kaum das Geheimnis der Vererbung aufklären können.

Auf dem Gymnasium hatte Annika die Leistungskurse Biologie und Chemie gewählt, weil sie sich dafür am meisten interessierte und am Unterricht Spaß hatte. Ihren Bachelor of Science hat Annika in Enschede in den Niederlanden absolviert. Dabei kam ihr zugute, dass sie bereits niederländisch konnte, weil sie an der niederländischen Grenze aufgewachsen war.

Außerdem hat mir die Fachhochschule dort sehr gut gefallen; modern und sauber.

„Außerdem hat mir die Fachhochschule dort sehr gut gefallen; modern und sauber. Nach der Schule habe ich in Enschede medizinische und biologische Laborforschung studiert, weil ich gerne kranken Menschen helfen wollte, aber nicht in direkten Kontakt mit ihnen stehen wollte, wie z.B. ein Arzt oder eine Krankenschwester. Danach habe ich den Master of Science in Osnabrück gemacht, da sich der Studiengang interessant anhörte und es nicht so weit von zu Hause entfernt war. Obendrein waren beides schöne Städte.“

Prinzipiell entsprach das Biologiestudium Annikas Vorstellungen, was nicht zuletzt an der Auswahl ihrer Schwerpunkte lag. „Im Studium habe ich mich auf die Fächer Mikrobiologie und Biochemie konzentriert.“ Besonders an ihre Studienzeit in den Niederlanden erinnert sie sich gern zurück. „Die Menschen dort sind anders, offener, lockerer und unkomplizierter, aber auch nicht so diszipliniert. In den Niederlanden gibt es eigentlich für jedes Problem eine Lösung, so dass man das Gefühl hat, dass einfach alles möglich ist.“

Was Annika in Zukunft beruflich machen möchte, weiß sie noch nicht genau. Zuerst einmal bleibt sie, wo sie ist, und überlegt zu promovieren. Bei ihr scheint soweit alles glatt zu laufen. Aber sie weiß auch, dass einige ihrer Kollegen nicht so viel Glück haben. „Generell schätze ich die berufliche Zukunft für Biologen in einigen Feldern weniger gut ein. Es sei denn es gibt Entwicklungsmöglichkeiten, neue Techniken, neue Methoden und so weiter.“

Deshalb rät sie zukünftigen Absolventen, sich mit Methoden und Techniken zu beschäftigen, die Zukunftsperspektiven haben. „Ich denke es gibt einige Qualifikationen in der Biologie, die in der Zukunft noch stärker gefragt sind und zunehmen werden, wie z.B. die PCR und Genetik. Außerdem denke ich, dass Biologen, die in der Forschung tätig sind, gute Zukunftsaussichten haben. Wichtig sind auch die persönlichen Kontakte, die man schon während seines Studiums knüpfen sollte und einem später den Eintritt in die Berufswelt erleichtern könnten.“


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