Ein Biologe und Agrarwissenschaftler sieht in den Biologen Manager mit Köpfchen
Was sich Shukla, ein indischer Agrarwissenschaftler, von seiner Zukunft erhofft und welche Tipps er zukünftigen Studenten geben würde
Obwohl Shukla eigentlich zuerst Medizin studieren wollte, landete er schließlich bei einem Biologiestudium mit Schwerpunkt Agrarwissenschaft. „Ich wollte unbedingt Medizin studieren und eine Voraussetzung für die Zulassung zum Studium wählte ich Kurse in Biologie. Letztendlich wurde ich nicht für Medizin zugelassen und landete so im Fachbereich Agrarwissenschaft.“
Shukla hat an der Tamilnadu Agriculture University Coimbatore, dem renomiertesten Institut für Agrarwissenschaft in Indien mit den Schwerpunkten Evolution, Ökologie und Kognition studiert. „Ich hatte keine Erwartungen an das Studium, aber ich lernte während der Diskussionen mit Freunden und Professoren sehr viel über Biologie.“
Nach seinem Master bekam er einen Job als Wissenschaflticher Berater beim Central Insitute of Cotton Research (Zentrales Institut für Baumwollforschung) in Nagpur. Seine Erfahrungen dort sind zwiespältig. Ihn stört, dass die Biologie in diesem Bereich immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird. „Niemand beschäftigt sich mit Biologie, jeder ist in einem Zustand der Faszination von Technologie und teuren Instrumenten.“ Eigentlich wollte Shukla Lehrer werden und Schülern die Evolutionstheorie näher bringen.
Zukünftig würde er gerne in der universitären Forschung tätig sein und sich mit biologischen Systemen und Evolution beschäftigen. Allerdings muss es nicht unbedingt Forschung im biologischen Bereich sein, auch soziale und ökonomische Systeme interessieren ihn.
Shukla würde sich zukünftig gerne mit der Evolution biologischer, sozialer und ökonomischen Systemen beschäftigen
Biologen haben den anderen Naturwissenschaftlern einiges voraus um im interdisziplinären Bereich zu arbeiten, meint Shukla. „Biologen können jedes System und jede Organisation besser managen als Naturwissenschaftler aus anderen Bereichen, weil sie Nachhaltigkeit als Konzept im Hinterkopf haben.“
Auf die Frage nach ein paar Tipps für zukünftige Biologiestudenten und Absolventen hat er gleich eine ganze Liste als Antwort: „Eignet euch ein gutes Verständnis von Mathematik an, lasst euch nicht zu sehr von neuen Technologien faszinieren, berücksichtigt den Evolutionsprozess in eurer Forschung, bringt die biologische Evolution mit der Veränderung unserer Gesellschaft, Religion, Sprache und Verhalten in Verbindung und schließlich: Lest, lest, lest.“
