Außen Agrarökonom, innen Biologe
Was ein indischer Student von seinem Studium an der Humboldt Universität erwartet und wie er seinen Beruf sieht
Die Biologie, also die Lehre vom Leben, wenn man es wörtlich übersetzt, ist ein weites Feld. Immer häufiger beschäftigen sich Biologen auch mit anderen Bereichen als der klassischen Zoologie oder Botanik und spezialisierte Studiengänge für den biologischen Bereich schießen überall aus dem Boden.
Auslandserfahrung wird immer wichtiger in der Bewerbung und während deutsche Studenten sich für ein Semester Abroad aufmachen, strömen viele ausländische Studenten an die deutschen Universitäten. Akarsha kommt ursprünglich aus Indien und macht gerade seinen Master in Ländlicher Entwicklung oder auch „Rural Development“, wie der internationale Studiengang genannt wird, an der Humboldt Universität in Berlin. Arkasha spricht wie viele seiner Kommilitonen kaum Deutsch und der Unterricht findet komplett auf Englisch statt. Ansonsten wäre ein internationaler Studiengang, der viele verschiedenen Nationen vereint, wohl kaum durchführbar.
Akarsha war schon als Schuljunge sehr an der Natur interessiert. Deshalb studierte er an der University of Agricultural Sciences in Bangalore in Indien mit dem Schwerpunkt Agrarwissenschaft. Das Studium erfüllte genau seine Erwartungen. „Obwohl mein akademischer Fokus auf agrarwissenschaftlicher Ökonomie liegt, bin ich Naturschutzbiologe.“ Das Studium ermöglichte ihm diese verschiedenen Bereiche zu verbinden.
Am meisten beeindruckte Akarsha die Forschung an Tigern
Am meisten beeindruckt wurde Arkasha von der Forschung an Tigern. Dr. George Schaller legte die Grundlage und studierte erstmals die Biologie von Tigern in Indien. Dr. Ullmas Kranth nutzte diese und seine eigenen Forschungsergebnisse erstmals um den Schutz der Tiger voran zu treiben. Er kombinierte die wissenschaftlichen Ergebnisse mit Naturschutz-Zielen. Das ist es was Akarsha tun möchte: Wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen um für einen besseren Schutz der biologischen Vielfalt zu sorgen.
Seit November 2007 studiert Akarsha jetzt in Europa. Allerdings hat er bereits in Indien Arbeitserfahrungen im Naturschutz sammeln können. Auch zukünftig möchte er gerne im Bereich der ländlichen Entwicklung arbeiten und diesen Bereich mit Naturschutz verknüpfen. Allerdings sieht er auch die Problematik, die sich gerade in Indien in seinem Berufsfeld ergeben. „Aufgrund der wachsenden Wirtschaft erscheinen Berufsfelder wie Informationswissenschaften und Service Sektoren für viele lukrativer und attraktiver. Deshalb glaube ich, dass sich auch in Zukunft nur wenige für den biologischen Bereich entscheiden werden. Genau das ist, was in Indien zur Zeit passiert.“
Doch obwohl Arkasha ein leidenschaftlicher Feldbiologe ist, macht er keinen Hehl daraus, dass der Job durchaus auch seine Schattenseiten hat. „Feldbiologie ist sehr interessant, aber nicht so schick wie andere Berufe zum Beispiel im Bereich der Ingenieurswissenschaften oder im Service Sektor. In der Biologie ist es nicht möglich Erfolg oder Ergebnisse über Nacht zu bekommen und viele Jobs werden auch nicht gut bezahlt. Gute Publikationen und eine enge Einbindung in die institutionelle Arbeit sind wichtig um Fuß im Arbeitsmarkt zu fassen.“
von Lisa Freudenberger
