Forschung in der Uni
Viele, die Biologie studieren, möchten gerne auch nach ihrer Diplomarbeit weiter forschen. Da bietet es sich an, mit einer Doktorarbeit gleich weiterzumachen. Geforscht wird in allen möglichen Bereichen und so vielfältig, wie die Studienangebote der Universitäten sind, sind auch die Forschungsbereiche.
Sollte man sich dazu entschließen, an der Uni zu bleiben und dort eine Karriere einzuplanen, gibt es bestimmte Vor- und Nachteile, die man berücksichtigen sollte.
Zunächst wäre da der generelle Charakter einer deutschen Universität. Zwar hat sich in den letzten Jahren etwas getan, aber anders als in vielen anderen Ländern sind unsere Universitäten immer noch von festen Hierarchien geprägt. Viele Mitarbeiter an deutschen Unis beschweren sich über verkrustete Strukturen und Mangel an Innovation. Das bedeutet, dass es keine schnellen Aufstiegsmöglichkeiten gibt und so ziemlich jeder die akademische Ochesentour durchlaufen muss. Zuerst kommt der Doktortitel, dann eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder eine Postdoc Stelle, danach eine Juniorprofessur und zuletzt eine Professur. Dieses System bietet auf jeden Fall eine gewisse Sicherheit. Mit jeder Stufe, die man erklimmt, ist es unwahrscheinlicher, arbeitslos zu werden. Allerdings dauert es auch sehr lange, bis man die Leiter hinauf kommt.
Auch wenn Biologie bestimmt kein Fach ist, das man studiert, weil man reich werden möchte, ist der Arbeitslohn nicht ganz unerheblich. Die Gehälter an den Universitäten zählen insbesondere im Bereich Biologie häufig nicht zu denen der Besserverdiener. Oft werden die geleisteten Stunden nur teilweise bezahlt und eine halbe Stelle ist häufig eigentlich ein Vollzeitjob. Deshalb erfordert die universitäre Arbeit sehr viel Eigeninitiative und Engagement.
Der ganz klare Vorteil bei der universitären Forschung ist, dass man seine eigenen Interessen verfolgen kann, wie es in der freien Wirtschaft wohl kaum möglich ist. Besonders, wenn man die hierarchische Leiter weiter hinauf geklettert ist, hat man plötzlich die Möglichkeit, seine eigenen Vorstellung von Forschung zu verwirklichen. Natürlich müssen dafür aber auch Gelder beantragt werden, was für viele biologische Bereiche häufig nicht so einfach ist. Dennoch gibt es die Möglichkeit mit viel Engagement und Einsatzbereitschaft seine eigene Forschung voranzutreiben.
Ein weiteres Charakteristikum der Arbeit an einer Universität ist, dass die Stellen häufig auch eine Lehrkomponente beinhalten. Das kann ein Vor- und auch ein Nachteil sein. Viele Forscher an Universitäten beschweren sich, dass sie vor lauter Lehre und Bürokratie keine Zeit mehr für die Forschung haben. Wem jedoch die Zusammenarbeit mit jungen Leuten und die Lehre liegt, der sollte sich durchaus überlegen, ob die Uni nicht der passende zukünftige Arbeitsplatz ist.
