Quer- und Seiteneinstieg ins Biologielehramt
Auch ohne Lehramtsstudium können Biologen grundsätzlich den Einstieg in das Lehramt schaffen. Da Biologie allerdings in vielen Bundesländern nicht als Mangelfach gilt, sind die Chancen für einen Quer- oder Seiteneinstieg nicht ganz so hoch wie bei anderen Fächern.
Für so genannte Seiten- und Quereinsteiger gibt es zwei Möglichkeiten, den Sprung ins Lehramt zu schaffen: Zum Einen können Interessenten mit einem abgeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulstudium und einigen Jahren Berufserfahrung direkt in den Schuldienst eingestellt werden, zum Anderen können Kandidaten mit abgeschlossenem Hochschulabschluss, jedoch ohne Berufserfahrung in das Referendariat einsteigen. Abhängig davon, ob ein diplomierter Biologe bereits im Beruf gearbeitet hat, ist ein Einstieg ins Lehramt bei akutem Mangel an Biologielehrern, der nicht über die regulären Lehramtskandidaten gedeckt werden kann, mit oder ohne Umweg über das Referendariat möglich.
Besonders gut stehen die Chancen für Seiten- und Quereinsteiger an Berufsbildenden Schulen. Laut Schätzungen der Kultusministerkonferenz (KMK) im Jahre 2003 fehlen bis 2015 pro Jahr 200 bis 900 Lehrer an beruflichen Schulen. Der wirkliche Bedarf variiert allerdings stark je nach Bundesland. In Baden-Württemberg besteht besonderer Bedarf in den Bereichen Elektro- und Informationstechnik sowie Metalltechnik, während in Nordrhein-Westfalen ab 2009 keine neuen Berufsschullehrer eingestellt werden sollen.
Generell zählen die Fächer Mathematik, Physik, teilweise auch Chemie, Informatik, Latein, Spanisch, Religion und Musik zu den Mangelfächern, die einen Seiten- oder Quereinstieg ermöglichen. Da die Möglichkeit des Seiteneinstiegs nicht in allen Bundesländern gegeben ist und der Bedarf an Biologielehrern häufig über Kandidaten mit Lehrbefähigung gedeckt werden kann, sollten sich Biologen ohne Lehramtsstudium genau bei den Kultusministerien informieren, ob die Möglichkeit eines Quereinstiegs besteht und welche Vorgaben berücksichtigt werden müssen.
