Studium für angehende Biologielehrer
Wer weder Interesse an der Forschung, noch an der Arbeit in der freien Wirtschaft hegt, sondern sein Wissen an junge Menschen vermitteln möchte, ist vielleicht als Biologielehrer gut aufgehoben. Um dieses Berufsziel zu erreichen, müssen Interessenten zunächst, je nach Wunschschulform, etwa 7 bis 10 Semester Regelstudienzeit bewältigen, bevor die zweite Etappe in Angriff genommen werden kann: das Referendariat, welches zwischen 18 und 12 Monaten dauert. Erst nach diesem zweiten, praktisch orientierten Ausbildungsabschnitt, können angehende Biologielehrer ihre zweite Staatsprüfung ablegen und in den Schuldienst treten. Die dritte Ausbildungsphase besteht schließlich aus kontinuierlichen Weiterbildungen, die gerade im Lehrberuf von äußerster Wichtigkeit sind, um in fachdidaktischer Sicht auf dem neuesten Stand zu bleiben und weiterhin motivierenden und zeitgemäßen Unterricht geben zu können.
Unabhängig davon, an welcher Schulform man später unterrichten möchte, müssen sich angehende Lehramtsstudenten ein Zweitfach aussuchen. Da Biologie zu den Nebenfächern zählt, kann es an einigen Universitäten Kombinationsbeschränkungen geben, die das Studium der gewünschten Fächerkombination verhindern. In der Regel ist es immer möglich, Biologie mit einem Hauptfach zu kombinieren (z.B. Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen). Für das Lehramt an weiterführenden Schulen kann Biologie oftmals auch mit den anderen Naturwissenschaften Chemie und Physik studiert werden. Im Hinblick auf die übrigen Fächer sollten Studienanfänger unbedingt prüfen, ob eine Fächerkombination möglich ist. Auf den meisten Homepages der Universitäten oder der jeweiligen Kultusministerien befinden sich übersichtliche Tabellen, auf denen die möglichen Kombinationsmöglichkeiten dargestellt werden. Wer diese Einschränkungen missachtet, läuft Gefahr, später keinen Referendariatsplatz zu erhalten.
Vielerorts wurde das Lehramtsstudium bereits in die neue konsekutive Bachelor- und Master-Struktur überführt. Diese Umstellung bewirkte grundlegende Veränderungen hinsichtlich der Studienstruktur und der Arbeitsbelastung während des Studiums. Während des sechssemestrigen lehramtsbezogenen Bachelorstudiums studieren die angehenden Lehrer zunächst ihre zwei Fachwissenschaften und belegen einige Lehrveranstaltungen zur Fachdidaktik ihrer beiden Fächer. Letztere Veranstaltungen sollen den Studenten einen Einblick geben, mit welchen Methoden und Lehrformen sie ihre Fächer im Unterricht an Schüler vermitteln können. Zudem werden erste Praktika an der Schule absolviert. Insgesamt müssen die Lehramtsstudenten 180 ECTS-Credits sammeln, wobei ein Credit Point 25 bis 30 Arbeitsstunden entspricht. Abgeschlossen wird dieser erste Studienabschnitt mit dem Abfassen der Bachelorarbeit. Die Endnote errechnet sich aus dieser Arbeit sowie den zahlreichen übrigen Prüfungsleistungen, die während der Studienzeit bisher erbracht wurden. Da der Zugang zu dem für das Lehramt notwendigen Aufbaustudiengang Master of Education in der Regel begrenzt ist, entscheidet die Bachelornote darüber, welche Studenten den universitären Teil der Lehrerausbildung fortsetzen dürfen.
Wer den Lehrberuf anstrebt, muss jedoch den weiterführenden viersemestrigen Master of Education (MEd) ablegen. Während dieses Studienabschnittes liegt der Schwerpunkt auf den Bildungswissenschaften (Pädagogik) sowie den Fachdidaktiken, die Fachwissenschaften spielen nur noch eine vernachlässigbar kleine Rolle. Abgeschlossen wird der MEd mit der Masterarbeit sowie einer mündlichen Prüfung. Insgesamt umfasst der Master of Education 120 ECTS-Credits. Der Erwerb des Abschlusses Master of Education kann mit dem ehemaligen ersten Staatsexamen gleichgesetzt werden. Mit der Masternote, die sich aus den im Master erbrachten Prüfungsleistungen sowie der Noten der Masterarbeit und der mündlichen Abschlussprüfung zusammensetzt, bewerben sich die Absolventen um einen Referendariatsplatz.
Das Referendariat stellt den praktischen Teil der Lehrerausbildung dar. Nachdem der Referendar in einer kurzen Eingewöhnungsphase schwerpunktmäßig Unterricht beobachtet, übernimmt er immer mehr Stunden bis er schließlich auch eigenverantwortlich unterrichtet. Gerahmt werden die Unterrichtserfahrungen der Referendare durch praxisbegleitende Veranstaltungen am Studienseminar. Ihr Können stellen angehende Lehrer im Rahmen von Unterrichtsbesuchen unter Beweis. Die Ausbildungsphase des Referendariats gilt als der anstrengendste Teil der Lehrerausbildung und wird nach 18 bis 24 Monaten mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen.
Da Biologie in den meisten Bundesländern nicht zu den Mangelfächern zählt, lohnt es sich, als Zweitfach ein Mangelfach zu wählen, soweit diese Fächerkombination im jeweiligen Bundesland für das Lehramt zugelassen ist.
