Physik
Biologie-Studenten müssen sich während ihres Studiums auch mit dem Fach Physik auseinandersetzen, ob sie wollen oder nicht. Doch wie lässt sich die Wissenschaft der unbelebten Materie mit der Wissenschaft vom Leben vereinen und in Einklang bringen? Fakt ist, dass physikalische Entdeckungen immer wieder zu Entwicklungsschüben in der Biologie führen.
Wie sollte ein Biologe wohl möglich, die kleinsten lebensfähigen Einheiten zu beobachten, wenn es kein Mikroskop gäbe? Und Erkenntnisse des inneren Aufbaus von Zellen lassen sich erst seit Erfindung des Elektronenmikroskops gewinnen. Die so genannte Röntgenstrukturanalyse bildet schließlich das unverzichtbare Rüstzeug der modernen Molekularbiologie, die in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts stark von Physikern geprägt wurde und in der Entdeckung der DNA-Struktur und der Entzifferung des menschlichen Genoms gipfelten.Natürlich haben auch biologische Erkenntnisse die Physik vorangebracht. Erst durch Entdeckungen von ärzten und Biologen beispielsweise konnte der Physiologe und Physiker Hermann von Helmholtz den allgemeinen Satz von der Erhaltung der Energie in einer mathematisch-physikalischen Sprache formulieren. Und selbst die so elementaren Erkenntnisse vom atomaren Aufbau der Materie basieren auf Beobachtungen der Natur.
So verschieden diese beiden Wissenschaften auch sein mögen - sie ergänzen sich gegenseitig und sind nicht voneinander zu trennen. Auch wenn sich so manch ein Biologie-Student genau dies wohl wünschen würde.
